Spritzen können die Sehkraft retten
Spritzen können die Sehkraft rettenDie Makuladegeneration kann unbehandelt bis zu einem vollständigen Verlust des Zentralen Sehens führen.

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Spritzen können die Sehkraft retten

Die Makuladegeneration kann unbehandelt bis zu einem vollständigen Verlust des zentralen Sehens führen.

Das Sehen wird schlechter, gerade Linien erscheinen verbogen oder verzerrt: Dies sind häufig die ersten Anzeichen für eine Makuladegeneration. Die Makula ist in der Netzhaut die Stelle des schärfsten Sehens. Meistens beginnt die Erkrankung ab dem 50. Lebensjahr. Deshalb spricht man auch von der altersbedingten Makuladegeneration (AMD). Außerdem erhöhen Übergewicht, Rauchen, vermehrte Lichtexposition und Erkrankungen in der Familie das Risiko, an der AMD zu erkranken.

Amsler-Test für die Diagnose

Eine einfache Möglichkeit für die Diagnose ist der sogenannte Amsler-Test. Dabei schaut man auf eine Zeichnung, die ein Gitter mit einem kleinen schwarzen Punkt in der Mitte darstellt. Ein Auge wird mit der Hand bedeckt, und mit dem offenen Auge schaut man auf den zentralen Punkt. Sind die Linien verbogen oder werden Teile des Gitters nicht erkannt, sollte umgehend ein Augenarzt aufgesucht werden. In Deutschland sind über vier Millionen Menschen von der Erkrankung betroffen. „Die Makuladegeneration kann unbehandelt bis zu einem vollständigen Verlust des zentralen Sehens führen. Das hat zur Folge, dass die Patienten keine Gesichter mehr erkennen und nicht mehr lesen können“, erklärt Dr. med. Anne Lux vom AugenCentrum Dresden.

Trockene und feuchte Form

Es werden zwei Formen der AMD unterschieden: die trockene und die feuchte Form. Bei der trockenen Form kommt es durch Ablagerungen (Drusen) zu einer Schädigung der Sehzellen. Die trockene AMD schreitet nur langsam voran und liegt in 80 Prozent der Fälle vor. „Es gibt Hinweise, dass Lutein, Omega-Fettsäuren und Antioxidantien sich positiv auf den Krankheitsverlauf auswirken. Hierfür sind mittlerweile speziell abgestimmte Nahrungsergänzungs-mittel im Angebot. Ein Medikament zur Behandlung der trockenen Makuladegeneration gibt es jedoch nicht“, so Dr. Lux, die neben ihrer Tätigkeit im AugenCentrum Dresden als Oberärztin in der Augenklinik im Elblandklinikum in Radebeul arbeitet.

Die feuchte AMD verläuft insgesamt schneller und aggressiver. Meist entwickelt sie sich aus der trockenen Form. Dabei bilden sich unterhalb der Stelle des schärfsten Sehens neue Blutgefäße, aus denen Flüssigkeit oder auch Blut austritt. Dies führt unbehandelt zu einer Zerstörung der Sehzellen im Sehzentrum. Inzwischen gibt es Medikamente, sogenannte VEGF-Inhibitoren, die diese Gefäße abdichten können und so die Makula wieder trocken legen. Dadurch kann das Voranschreiten der feuchten AMD aufgehalten und zum Teil auch eine Sehverbesserung erreicht werden. Die Medikamente müssen dabei in das Auge gespritzt werden. Dies erfolgt im Operationssaal. Da das Auge vorher mit Augentropfen betäubt wird, wird die Spritze allerdings kaum bemerkt. Die ganze Prozedur dauert nur wenige Sekunden.

Die Wirkdauer der Medikamente ist noch begrenzt. So müssen diese Spritzen mehrfach wiederholt werden, wobei sich die Abstände zwischen den Injektionen im Verlauf der Behandlung vergrößern. Während am Anfang im Abstand von vier Wochen Spritzen gegeben werden müssen, verlängern sich die Intervalle bis auf mehrere Monate. „Die Vorstellung, eine Spritze in das Auge zu bekommen, bereitet den meisten Menschen ein gewisses Unbehagen. Aber durch diesen kleinen Eingriff können wir bei vielen Patienten die Sehkraft retten“, so Dr. Lux.

aus Medizin Heute – Magazin für Gesundheit und Medizin 4/2013 Verlagsbeilage der Sächsischen Zeitung Seite 6/7

Weitere Informationen zur Makuladegeneration finden Sie hier.