Operation des Grauen Stars mit dem FEMTO-Laser

Linsenoperation mit dem Femtolaser

Die Operation des Grauen Stars (Katarakt) ist die in der Medizin weltweit am häufigsten durchgeführte Operation. Allein in Deutschland werden jährlich mehr als 500.000 Kataraktoperationen durchgeführt. Das Standardverfahren zur Behandlung des Grauen Stars ist die Phakoemulsifikation mittels Ultraschall und wurde bereits 1967 entwickelt.

Seit 2008 gibt es nun eine Weiterentwicklung dieses Verfahrens, bei dem wesentliche Schritte der Operation mit dem Femtosekundenlaser (kurz: Femtolaser) durchgeführt werden: die Femto-Katarakt-Operation. Man spricht auch von der Laserassistierten Linsenoperation mit dem Femtolaser, der Femtolaser-assistierten Kataraktchirurgie oder der Femtophako. Im Englischen wird das Verfahren auch als ReLACS (refractive laser-assisted cataract surgery), FLACS (femtosecond laser-assisted cataract surgery) oder FALCS (femtosecond-assisted laser cataract surgery) bezeichnet.

 

 

 

 

Im AugenCentrum Dresden steht Ihnen neben dem Standardverfahren zur Operation des Grauen Stars auch das modernste Verfahren zur Verfügung: die Femtolaser-assistierte Kataraktoperation.

Bei der konventionellen Operationsmethode wird das vordere Blatt der Linsenhülle mit einer Kanüle eröffnet, die getrübte natürliche Linse mit Ultraschall verflüssigt und anschließend abgesaugt. Am Ende der Operation wird dann die Kunstlinse in die erhalten gebliebene, natürliche Linsenhülle eingebracht.

Bei der Femtolaser-assistierten Kataraktoperation werden wesentliche Teilschritte von einem hochpräzisen Laser übernommen. So wird die Eröffnung der Linsenkapsel mit dem Femtolaser durchgeführt. Der Laser ermöglicht dabei eine perfekte, kreisrunde Eröffnung der vorderen Linsenkapsel mit einer Präzision, die bei der konventionellen Linsenoperation mittels Pinzette nicht erzielt werden kann. Durch die präzise, kreisrund eröffnete Linsenkapsel kann die Kunstlinse genauer positioniert werden und das Ergebnis ist besser vorhersagbar. Dies ist insbesondere für Patienten mit torischen oder multifokalen Kunstlinsen von Vorteil, bei denen ein Sehen ohne Brille erreicht werden soll.

Der zweite wesentliche Vorteil der Linsenoperation mit dem Femtolaser besteht darin, dass die natürliche Linse mit dem Laser in kleine Stücke geteilt wird. Dadurch kann die Ultraschallenergie, die zur Verflüssigung der Linse eingesetzt wird, im Vergleich zur konventionellen Operationsmethode deutlich reduziert werden.

Da vor allem die Ultraschallenergie für die Schädigung der Hornhaut und den Reizzustand des Auges verantwortlich ist, macht der Femtolaser die Operation deutlich schonender. Das Auge ist nach einer Operation mit dem Femtolaser weniger gereizt und erholt sich schneller. Dies ist insbesondere für Patienten von Bedeutung, die ohnehin schon eine empfindlichere Hornhaut haben, wie z.B. bei einer Fuchs’schen-Hornhautdystrophie oder Cornea guttata. Auch bei Patienten, deren Linse sehr getrübt und daher oft sehr hart ist, kann der zur Verflüssigung benötigte Energieaufwand erheblich reduziert werden.

Das verwendete System

Mittlerweile gibt es verschiedene Femtosekundenlasersysteme zur Durchführung der Kataraktoperation. Alle Systeme sind prinzipiell in der Lage, die Operation hochpräzise durchzuführen. Dennoch gibt es Unterschiede zwischen den Systemen. Wir führen im AugenCentrum Dresden die Laser-assistierte Kataraktoperation mit dem LENSAR® Laser System durch.

Das LENSAR® Laser System verfügt als einziger auf dem Markt erhältlicher Femtolaser über ein 3-D-CSI-Kamerasystem zur 3-dimensionalen Vermessung der Linse. Bei diesem Kamerasystem handelt es sich um eine speziell entwickelte doppelte Scheimpflugkamera. Diese erlaubt im Gegensatz zu der ansonsten verwendeten Optischen Kohärenztomographie eine echte 3-dimensionale Rekonstruktion der Linse. Sowohl der Laser als auch der Operateur benutzen dabei den gleichen Strahlengang. Dadurch hat der Operateur während der gesamten Operation eine visuelle Kontrolle über die einzelnen Operationsschritte. Dies gibt zusätzliche Sicherheit. Des Weiteren erlaubt der Laser die Zentrierung der Öffnung der vorderen Linsenkapsel exakt auf die optische Achse.

 

 

Das LENSAR® Laser System verfügt außerdem über eine hochpräzise Möglichkeit, die Achslage bei einer Hornhautverkrümmung zu markieren. Die Hornhautverkrümmung kann dann durch eine torische Kunstlinse oder mit Entlastungsschnitten (Bogeninzisionen) durch den Femtosekundenlaser genauestens korrigiert werden.

Die Femtolaser-assistierten Linsenoperation stellt das modernste Verfahren der Linsenchirurgie dar, egal ob zur Operation des Grauen Stars oder als refraktiver Linsentausch zum Erreichen einer Brillenfreiheit. Von erfahrenen und routinierten Chirurgen durchgeführt, ist die konventionelle Kataraktoperation nach wie vor ein sehr gutes Operationsverfahren, jedoch ermöglicht der Einsatz des Femtolasers einen Zugewinn an Präzision und Energieersparnis und schont daher das Auge. Prinzipiell profitiert jeder Patient von den Vorteilen des Femtolasers. Leider ist dieses Operationsverfahren derzeit noch keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen.

Aus diesem Grund ist der Einsatz des Femtolasers bei der Operation mit einer Zuzahlung verbunden.

Von den privaten Krankenkassen werden die Kosten meist übernommen. Diesbezüglich wurde sogar in einem Gerichtsverfahren festgestellt, dass die Kataraktoperation mit dem Femtolaser sicherer, präziser und schonender ist und deshalb die Kosten von der privaten Krankenversicherung übernommen werden müssen.

(Amtsgericht Köln, Urteil vom 12. Januar 2015, 146 C 186/13)