Wenn der Arm immer länger wird
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Wenn der Arm immer länger wird

Operationen mit Multifokallinsen können eine Alternative zur Lesebrille sein.

Mit Anfang 40 wird das Lesen für viele Menschen immer beschwerlicher. Um die Schrift scharf erkennen zu können, muss die Zeitung immer weiter weg gehalten werden. Das funktioniert so lange, bis die Armlänge nicht mehr ausreicht. Dies ist meist der Zeitpunkt, an dem ein Augenarzt aufgesucht wird. Die Diagnose lautet dann Presbyopie oder Altersweitsichtigkeit. Ursächlich dafür ist die mit zunehmendem Alter abnehmende Elastizität der Augenlinse, sodass von der Ferne nicht mehr ausreichend auf die Nähe umgeschaltet werden kann.

Kunstlinse statt Laser

Um die Lesefähigkeit  wieder herzustellen, wird größtenteils eine Lesebrille angepasst. „Menschen, die allerdings ihr Leben lang keine Brille getragen haben, fühlen sich nicht selten durch die Verwendung einer Brille in ihrer Lebensqualität eingeschränkt. Sollte dies der Fall sein, kann durch eine Operation, bei der sogenannte Kunstlinsen mit Zusatzfunktion – wie zum Beispiel die Multifokallinsen – eingesetzt werden, wieder eine Brillenfreiheit im Alltag erreicht werden“, erklärt Professor Dr. Andreas Böhm vom AugenCentrum Dresden. Von diesen modernen Linsen profitieren aber auch jüngere Leute mit Kurz- oder Weitsichtigkeit und Hornhautverkrümmung, bei denen andere Methoden wie etwa das Laserverfahren LASIK nicht möglich oder nicht sinnvoll sind. „Dies betrifft beispielsweise Menschen um das 40. Lebensjahr mit einer beginnenden Altersweitsichtigkeit. Eine LASIK kann das beeinträchtigte Lesevermögen nicht korrigieren, weswegen die Patienten auch weiterhin eine Lesebrille brauchen würden. Daher wird ihnen eher zu einem Linsentausch als zu einem Laserverfahren geraten“, so Dr. Andreas Böhm.

Präzise und schmerzfrei

Der Linsentausch wird heutzutage mit großer Präzision und Sicherheit durchgeführt. Die Operation entspricht im Wesentlichen der des Grauen Stars (Katarakt). Insofern kann man auch von einer vorgezogenen Kataraktoperation sprechen, da bei jedem Menschen mit zunehmendem Alter die Linse über kurz oder lang so weit eintrübt, dass sie gegen eine klare Kunstlinse ausgetauscht werden muss. „In unserem Centrum zählt das Einsetzen einer Multifokallinse zu den Routineeingriffen und wird ambulant durchgeführt. Der Eingriff dauert nicht länger als zehn  Minuten“, sagt Professor Böhm, der neben seiner Tätigkeit im AugenCentrum Dresden Chefarzt der Augenklinik im Elblandklinikum Radebeul ist. Vor der Operation wird das Auge lokal mit einem Gel betäubt, wodurch es berührungsunempfindlich wird. Auf eine Spritze kann also verzichtet werden. Dann folgt ein minimaler Schnitt von etwa zwei Millimeter am Rand der Hornhaut. Von dort aus wird die körpereigene Linse entfernt, und anschließend wird in die sie umgebende Hülle die neue Kunstlinse in das Auge eingebracht. Der Schnitt verschließt sich von selbst und muss nicht genäht werden.

„Wichtig ist, dass die Patienten wissen, was sie nach der Operation erwarten können“, so der Augenarzt. Das Sehen mit einer Multifokallinse ist etwas anders, als man es von klein auf gewohnt ist. In jungen Jahren kann man durch Anspannen eines Muskels im Auge die Brechkraft der Linse und damit die Gesamtbrechkraft des Auges verändern. Diese Fähigkeit nennt man Akkomodation. So kann der junge Mensch von der Ferne auf die Nähe scharf stellen. Dabei entsteht in dem Bereich, in dem man fokussiert, immer nur ein Bild. Bei den Multifokallinsen benutzt man jedoch einen optischen Trick, um sowohl in der Nähe als auch in der Ferne deutlich  sehen zu können. Die Kunstlinse weist unterschiedliche Brechkraftbereiche auf, wodurch auf der Netzhaut mehrere Bilder gleichzeitig entstehen: je ein scharfes Bild in der Nähe und eines in der Ferne. Der Kopf lernt dann allerdings innerhalb kurzer Zeit, sich entweder auf das Fern- oder das Nahbild zu konzentrieren. Das Bild, das in der konkreten Situation nicht gebraucht wird, wird ausgeblendet, sodass der Patient die gesamten Vorzüge eines Sehens ohne Brille erleben kann. Die Linsenoperation bietet einen weiteren Vorteil: Man kann später nicht mehr am Grauen Star erkranken. Lediglich eine Eintrübung der Hülle kann eintreten. Diese kann aber mit einem kleinen Lasereingriff nachkorrigiert werden. „Bei der Altersweitsichtigkeit ist die Lesebrille nach wie vor die Behandlung der Wahl. Für diejenigen, die aber ohne Brille im Alltag zurecht kommen möchten, ist die Multifokallinse eine ausgezeichnete Alternative“, sagt Professor Böhm. Allerdings ist ein Linsentausch keine Kassenleistung, wenn bei dem Patienten die körpereigenen Linsen noch klar sind. Ist jedoch bereits eine altersbedingte Trübung eingetreten, beteiligt sich die Krankenkasse zumindest teilweise an den Kosten für die Operation. (sy)

Artikel aus Beilage der Sächsischen Zeitung Medizin heute – Magazin für Gesundheit Medizin  Ausgabe 3/2013, Seite 6/7

Weitere Informationen zu Multifokallinsen finden Sie hier.

 

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